Oktoberfest in León

25.09.2016

Heute gehen wir zum Oktoberfest.

Was ich in Deutschland bislang erfolgreich vermieden habe, wird hier nichtig.

Ich freue mich sogar auf das Ereignis. Um nicht zu sagen, ich war die Initiatorin zu diesem Event!!! Wahrscheinlich ist es unbewusst die Sehnsucht nach Heimat 😉 (obwohl ich mich im Süden Deutschlands eigentlich nie heimatlich gefühlt habe. Naja.)

Wie auch immer, pünktlich um 14:30h stehen wir am Eingang zum „Festzelt“ und werden schon freudig von unseren Freunden erwartet. Während Jonathan und Noah gleich abdampfen zum Fußballspielen, testen wir erstmal das zünftige deutsche Essen und sind begeistert. Meine Wurst schmeckt super und die Haxe von Frank ist ein Gedicht! Und auch das Sauerkraut übertrifft das ein oder andere Kraut, dass ich in Deutschland vor die Nase gesetzt bekommen habe. Richtig lecker!

IMG_4517Frank glücklich!

IMG_4521Noah satt!

Die Zeit vergeht wie im Flug. Auch wenn das Bier nicht in Maßkrügen serviert wird, schmeckt es herrlich und die Stimmung ist gut. Wir lernen viele nette – und ein paar komische 😉 – Menschen aus Deutschland, Österreich und Mexiko kennen.

IMG_4514Leckereien vom deutschen Bäcker gibt’s  natürlich auch! Mmmmh!

Zwar ist es irgendwie seltsam zu sehen, wie Mexikaner und Japaner zu „Es steht ein Pferd auch dem Flur“ in einer Polonese durchs Festzelt ziehen und hinterher noch „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse“ krakelen, aber – so what ? – ist doch authentisch. Ich glaube, in München ist das auch nicht anders, oder? Die Freude steht jedenfalls allen ins Gesicht geschrieben und eine heiße Mexikanerin im Dirndl sieht man auch nicht alle Tage 😃

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Und interessanterweise sind doch viele der Leute tatsächlich schon mal in München auf dem Oktoberfest gewesen oder haben anderweitig irgendeinen Bezug zu Deutschland… Das finde ich sehr spannend!

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Aus den ursprünglich geplanten 2 Stündchen werden ein paar mehr, bis wir quasi fast als Letzte aus dem Zelt gefegt werden…

Ein gelungener Sonntag! Das findet auch mein Mann 😊

 

 

 

Führerschein – im Schnellverfahren

Obwohl in Mexiko die 0-Promille-Grenze gilt, fahren erstaunlich viele Leute mit (reichlich) Alkohol im Blut Auto. Zumindest hier in León. Wie kommt das? – frage ich mich.

Klar, Du musst eigentlich nicht befürchten Radfahrer oder Fußgänger umzunieten. Die gibt es ja quasi nicht (zumindest nicht am Abend bzw. in der Nacht). Insofern geht keine große Gefahr von Dir aus, wenn Du angetrunken am Steuer sitzt…

„Aber was ist mit dem Führerschein, wenn Du erwischt wirst?“, frage ich die Leute.

„Na, dann kaufst Du Dir eben ’nen Neuen!“, ist die Antwort.

??? Häääh?

Was ich zunächst für einen Scherz gehalten habe, ist wahr. Hier kann man sich den Führerschein kaufen. Praktische Fahrstunden oder gar eine Fahrprüfung gibt es nicht. Es reicht vollkommen aus zur entsprechenden Behörde zu gehen, einen kleinen „Pseudo-Test“ mit ein paar Fragen zu den -nicht zu beachtenden 😉 – Verkehrsregeln zu machen, Geld auf den Tisch zu legen und schwupps hat man seinen Führerschein. Praktisch, oder?

In der Vergangenheit gab es wohl auch mal eine klassische Führerscheinprüfung mit praktischem Teil. Da wurde so viel bestochen, dass man sich gesagt hat: „Wir wollen keine Korruption mehr.“

Lieber kaufen. Und soooo schwer kann das Autofahren ja nicht sein….🤕

 

 

 

Zahnspangen-Wahn(sinn)

Ob Ihr es glaubt oder nicht, hier blitzen Euch von allen Seiten feste Zahnspangen entgegen. Man könnte fast glauben, die Dinger wären gerade erfunden worden. Was meinen Bruder in seiner Pubertät Unmengen Nerven gekostet hat, scheint hier total Hip und in Mode zu sein. Während Nils es gar nicht erwarten konnte, das Ding endlich los zu werden und ich glücklich war, um dieses Laster herumzukommen, scheinen hier Zahnspangen fast eine Sache des Prestiges zu sein. Denn nicht nur Teenies tragen die Metal- oder Kunststoffplättchen stolz auf ihren Zähnen – nein, ganz im Gegenteil – auffallend viele Erwachsene, Männlein wie Weiblein, ob 30 oder 50, sind es, die sich ihre Zähne richten lassen. Dazu muss man sagen, dass für Mexikaner ein gepflegtes Äußeres sowieso von großer Bedeutung ist.

Ob im Supermarkt, in der Musikschule, in der Bank, der Gemeinde oder beim Metzger – überall lachen mir Zahnspangen besetzte Zähne entgegen. Irgendwie befremdlich, finde ich. Nicht, dass Ihr mich falsch versteht! Ich finde schöne und gepflegte Zähne wichtig und lege selber auch viel Wert darauf – das Problem für mich ist nur, dass ich bereits aus 100 Meter Entfernung sehen kann, wer eine Zahnspange getragen hat und wer nicht. Ich vermute ja, dass es hier eine Norm für die Zahnstellung nach Zahnspangen-Tragen gibt. 🤔 Diese Norm entspricht wahrscheinlich der Norm für 3. Zähne aus den 80er Jahren und wurde mal eben abgekupfert. Die Zähne stehen so gerade nebeneinander, dass sie mich schwerstens an das Gebiss meines Opas Jupp erinnern… 😉 Häufig sind sie dann auch noch gebleecht …

Klar – ist alles Geschmackssache, aber mir persönlich gefällt das gar nicht. Jedwede Individualität geht verloren.

Wie komisch wäre es, wenn mein Papa nicht diesen Schneidezahn mit der kleinen abgebrochenen Ecke hätte? Ich finde, das macht sein Lachen besonders.

Oder könnt Ihr Euch Madonna ohne Zahnlücke vorstellen?

 

Sayulita – Urlaub

10.-17. September

Wir nutzen die Gunst der Stunde für einen kleinen aber feinen Familienurlaub. Der 16. September ist mexikanischer Unabhängigkeitstag und insofern Feiertag. Da Franks Terminkalender keine Dienstreise oder besondere Besucher im Werk verzeichnet, können wir diese Woche Urlaub machen. Auch die Schule hat der Abwesenheit der Kinder zugesagt und uns schöne Ferien gewünscht. 😀

Die haben wir!

Unser Ziel: Sayulita. Der kleine Hippi-Ort am Pazifik hat es uns schon im Juli bei einem Tagestrip angetan.  Jetzt verbringen wir eine Woche in einem kleinen Ferienappartment in typisch mexikanischem Stil am Hang von Sayulita und fühlen uns pudelwohl.

Wir können alles zu Fuß machen. Ein Luxus, den wir – seit wir in León leben – besonders zu schätzen wissen.

Der Strand liegt direkt vor der Tür, wir gehen 5 min ins Dorf und finden neben vielen kleinen Restaurants unzählige Läden mit Kunsthandwerk und handgemachten Klamotten.

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Ganz individuelle Geschäfte mit Nippes, Verrücktem, Einmaligem und wunderschönem „Zeug“. Eine Augenweide für mich, wo ich doch in León hauptsächlich in großen „Malls“ einkaufen muss. Eine „Altstadt“ gibt es dort in dem Sinne nicht.

Da wir ja im Juli bereits so viel Spaß beim gemeinsamen Schnorcheln hatten, nutzen wir auch diesmal die Gelegenheit zu einem Bootstrip mit Schorchelmöglichkeit. Diesmal in Kombination mit Angeln und Speer-Fishing.

Der Trip ist ein voller Erfolg – auch wenn es zu Beginn ganz anders aussieht. Als wir pünktlich um 8:30h am Strand stehen, muss das Boot erst noch „sauber und startklar“ gemacht werden.

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Die üblichen mexikanischen 10 min dauern eine Dreiviertelstunde. Eigentlich kennen wir das ja schon und trotzdem frage ich mich, warum wir uns morgens beim Frühstück so beeilt haben…🤔 deutsch bleibt scheinbar irgendwie deutsch 😉 . Aber unsere Guides sind nett und fröhlich und so genießen wir einfach die morgendlich ruhige Stimmung am Strand und beobachten die vielen Pelikane, die um uns herum geschickt auf Fischfang sind.

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Dann machen wir es den Pelikanen nach und fangen erstmal unsere Köder fürs spätere Angeln. Mit einem großen Netz bewaffnet beobachten wir, wo die Pelikane ihre Beute erjagen und werfen dann das Netz genau dort aus.

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Nach ein paar gescheiterten Versuchen sind wir erfolgreich! Nun kann es endlich richtig losgehen.

IMG_4190Jede Menge Sardinen im Netz!

IMG_4216Jonathan darf am Ruder sitzen. Das ist cool.

IMG_4221Mama fängt den ersten dicken Brocken – eine Goldmakrele

IMG_4209Dann ist auch Jonathan erfolgreich – gleich 2 Red Snapper beißen nacheinander an

IMG_4205Aber glitschig sind die Fische schon…

IMG_4223Noah ist auch ganz begeistert. Aber für ihn ist das Schnorcheln das Highlight der Tour.

Zwei Red Snapper (Jonathan), eine Goldmakrele (Dorte)  und eine Stachelmakrele (Frank) nehmen wir mit nach Hause. Die restliche Fische dienen als Mittagessen für die Familien unserer Guides. Alle sind glücklich…

… und werden satt!

IMG_4230der stolze Angler präsentiert seine Fischfilets

IMG_4219Die Köche

IMG_4218mmmmh – lecker!

Die restlichen Tage verbringen wir faul am Strand. Wir schwimmen, schnorcheln, tauchen und versuchen uns im Stand-Up-Paddeling.

IMG_4277liegt direkt neben einem alten Friedhof…

IMG_4279…und gefällt uns super!

IMG_4293UNO-Spielen macht auch Spaß am Strand

FullSizeRender (4)Dieses Bild hat Jonathan selbst bearbeitet!

IMG_4296Auch für Nahrung ist gesorgt. Frank puhlt die frisch gegrillten Garnelen.

IMG_4342SUP klappt erstaunlich gut und macht Spaß!

Was will man mehr?

 

Fazit:

IMG_4341happy!

 

 

 

Dia de la independencia

Am 16. September ist der mexikanische Unabhängigkeitstag. Dieser Tag ist der wichtigste Feiertag für alle Mexikaner.

Bereits vor 2 Wochen haben überall die Vorbereitungen für dieses Fest begonnen. Straßen und Einfahrten werden in den Nationalfarben geschmückt und wo vorher noch kahler Beton die Eingänge zierte, leuchten heute rot-weiß-grüne Bänder, Blumen und Flaggen.

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Selbst in Scene-Cafés stehen seit einer Woche Mexiko-Flaggen auf den Tischen und machen auf die bevorstehende Fiesta aufmerksam.

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Man kommt also nicht drumherum. Diese Ereignis kann man in Mexiko nicht verpassen.

Spätestens am 15. September um Mitternacht weiß jedermann in Mexiko, dass da mal was war…

… denn der traditionelle Schrei nach Unabhängigkeit (grito de la independencia) ist durchs ganze Land zu hören (und lässt schlafende Menschen aus den Betten fallen).

Insofern ist es eigentlich schade, dass wir über diesen Tag im Urlaub sind.

Im nächsten Jahr möchte ich auf jeden Fall groß mitfeiern – hier in León – mit unseren Freunden und ganz authentisch!

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Ein volles, superschönes Wochenende

02.-04. September 2016

Dieses Wochenende ist mir eigentlich zu voll!

Kennt Ihr das? Alle Termine knubbeln sich an einem WE und eigentlich würde man einfach nur gern faul vor dem Fernseher abhängen.

Aber Absagen kommt nicht in Frage. Jede einzelne Veranstaltung ist uns wichtig.

Insofern schmeißen wir uns Freitag Abend in Schale und machen uns auf zur Geburtstagsparty von Rebecca. Rebecca hat eine Relocation-Agentur hier in León und ist uns – besonders am Anfang – mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Mittlerweile ist Rebecca mehr als eine Business-Bekanntschaft.

Der Abend gestaltet sich als sehr lustig. Wir sitzen am „Europa-Tisch“ mit netten Leuten aus Italien und Frankreich. Gesprochen wird ein Mix aus Spanisch, Englisch, Italienisch, Deutsch und Französisch. So quatsche ich z.B. lange mit Delphine, einer netten Französin, die ihre Kinder auf der gleichen Schule hat wie wir und erst vor 2 Wochen mit ihrem Mann hierhergezogen ist. Da sie kein Deutsch spricht und ich kein Französisch kann, sprechen wir Spanisch. Das klappt super, da unser Kenntisstand in etwa gleich (schlecht ;-)) ist. Wir haben uns bestimmt nicht zum letzten Mal getroffen. Telefonnummern sind ausgetauscht.

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Ebenso mit Manuela, einer lustigen Italienerin, die 5 Jahre mit ihrem Mann im schönen Odenwald gelebt hat und daher super deutsch spricht. Auch sie werde ich bestimmt wiedersehen.

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Die Zeit verfliegt. Gegen 1h morgens brechen wir auf. Ich hätte noch länger bleiben können, aber Frank will nach Hause. Der Jetlag ist noch nicht ganz überwunden. Das kann ich, als verständnisvolle Ehefrau 🙂 , natürlich verstehen.

Samstag:

Vero und Bert haben uns zu einer kleinen Hauseinweihungsparty eingeladen. 5 Familien plus Kinder sind eingeladen. Es gibt Chiles en Nogada – eine mexikanische Spezialität, die es nur im September gibt, da Gemüse der Saison, wie z.B Granatapfel, Pfirsich und Quitte verarbeitet werden. Ein Gaumenschmaus!

IMG_3981Chiles en Nogada – mmmmmh, lecker! Dieses Gericht wir übrigens kalt serviert.

IMG_3965Vero, die Chefköchin!

Der Nachmittag gestaltet sich als sehr lustig und entspannt. Da die Kinder sich mittlerweile alle kennen, können die Erwachsenen in Ruhe essen, klönen und Tequila trinken. Was will man mehr?

IMG_3970Auch dem Gastgeber Bert und meinem holden Mann Frank schmecken die Chiles. Auch Nr. 2 und 3 werden verputzt.

IMG_5681Ausnahmezustand: Annett (rechts) probiert Tequila!

IMG_5686fröhliche Stimmung

IMG_3974Annett (meine deutsche Freundin)  und Eva (meine Spanischlehrerin) genießen sichtlich Speis und Trank…

 

 

Sonntag schlafen wir erstmal aus -oder sagen wir lieber – ICH schlafe aus 😉

Meine männlichen Mitbewohner sind bereits früh auf den Beinen und genießen den sonnigen Morgen im Garten.

Gemeinde lassen wir heute mal ausfallen. Auch wenn der Gottesdienst hier erst um 11h beginnt (offiziell um 11h! Praktisch fängt’s – ganz mexikanisch – eigentlich erst um 11:30h an. 🙂 ) wollen wir alle Fünfe gerade sein lassen, gemütlich frühstücken, ein bisschen schwimmen und den Tag gaaaaanz langsam angehen lassen…

Um halb drei bekommen wir dann Besuch. Sissi und José Luis mit ihren 3 Söhnen Pablo, Esteban und Javier kommen zum Grillen. Insofern kommt Leben in die Bude! Sissi und José Luis haben wir durch unsere Nachbarn schon ganz zu Beginn unserer Zeit hier kennengelernt (s. Beitrag: Willkommen in der Nachbarschaft – Teil 2) und es macht immer wieder Spaß sie zu treffen, denn auch unsere Jungs verstehen sich ganz gut. Da Sissi deutsche Vorfahren hat war die ganze Familie diesen Sommer auf Deutschlandtour. Spannend zu hören, wie es allen gefallen hat und was sie so erlebt haben. Der Nachmittag vergeht wie im Flug und endet damit, dass wir gefragt werden, ob wir nicht mal Lust haben -ohne Kinder- ein WE mit den beiden in San Miguel de Allende zu verbringen! Eine super Idee finden wir. San Miguel de Allende steht nämlich ganz oben auf unserer Wunschliste an Besichtigungsorten in der Umgebung.

Mal schauen, wie wir das realisiert bekommen… denn Oma und Opa wohnen ja leider nicht gerade um die Ecke… Und wem mag man sonst seine Kinder über Nacht anvertrauen??

 

 

Noah wird berühmt

Wie jeden Montag und Mittwoch, haben Jonathan und Noah Musikschule. D.h. Jonathan spielt Schlagzeug und Noah tanzt Hip Hop bzw. Brake Dance.

So auch heute.

IMG_2760 Jonathan beim Schlagzeugunterricht. Das macht Spaß!

 

IMG_5049Mit lauter Musik wird trainiert.

IMG_5047 Noah voll in seinem Element.

Während die Kinder in ihren Kursen sind, gehe ich normalerweise in den gegenüberliegenden Supermarkt und kaufe ein. Effektives Zeitmanagement nennt man sowas wohl heute.

Heute jedoch habe ich keine Einkäufe zu erledigen und so sitze ich nichtsahnend in dem kleinen Café der Musikschule und lese in meinem Buch, als mir plötzlich eine andere Mutter fröhlich lachend eine Zeitschrift unter die Nase hält.

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Hääääh?

Doch schnell finde ich den Grund für ihre Geste:

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Was ist das? Kenne ich den Jungen mit den weißen Haaren etwa? 😉

Ich bin zwar weder gefragt worden, ob ich damit einverstanden bin, dass Noah in der Zeitung abgelichtet wird, noch habe ich dieses Foto vorher jemals gesehen, aber ich freue mich!

Ist er nicht süüüüüß ?

😉

Und vielleicht ist dies ja der Anfang einer großen Modell-Karriere….

Des einen Leid, des anderen Freud!

01.09. 2016

Wir geben unsere kleinen Kätzchen wieder ab. Ungern – aber es muss sein.

Wir sind traurig.

Nachdem Frank von seiner Dienstreise zurückgekehrt ist, hat sich leider schnell herausgestellt, dass er allergisch auf die kleinen Kätzchen reagiert. Niesen und Atemnot waren nicht zu überhören. Dabei ist auch er sehr begeistert von den süßen Mitbewohnern, die fröhlich um den Tisch herumtollen und sich willig streicheln lassen…

IMG_3911Abschied von Mo. Das fällt mir schwer.

IMG_3923Das letzte Mal kuscheln. Jonathan ist gefasst. Die Tränen hat er vorher schon vergossen.

Heute Nachmittag kommen die ersten Interessenten. Lucilia mit Mann und Tochter stehen pünktlich um 17h vor der Tür. Eigentlich haben sie im Vorfelde nur Interesse an Tigre bekundet, doch wie das immer so ist… die Tochter möchte gerne den schwarz/weißen Kater. 😉 Und nun…? Was tun…?

Eine Stunde später fährt die Familie mit 2 kleinen Kätzchen, Katzenklo, Katzenstreu und jeder Menge Katzenfutter ausgestattet nach Hause. Die Tochter ist glücklich und auch ihr Bruder freut sich zuhause über diese Überraschung.

IMG_3933Ricardo (rechts) ist in Noahs Kindegartengruppe und freut sich über die neuen Katzen

Während also bei uns ein Stimmungstief herrscht, ist die Freude in einer anderen Familie groß. So ist wohl das Leben…

Post aus Deutschland !

2. September 2016

Als hätte der Briefträger meinen Blog gelesen, bekommen wir heute das 1. Mal private Post. Die Kommunionsdanksagung meiner Nichte Lena ist angekommen – trotz zweier Rechtschreibfehler in der Adresse!! Der deutsche Poststempel zählt den 19.05.2016. Unglaublich!

Gerade gestern erst habe ich mich hier über die Unzuverlässigkeit der mexikanischen Postbehörden beschwert.

Werden wir etwa observiert? Oder gar abgehört??? 😉

Lieber Postbote, eres el mejor cartero del mundo. Estoy muy feliz sobre el carta que me diste. Muchísimas gracias por tu buen trabajo. Espero nos vemos pronto!

¡Muchos saludos! Dorte

 

Post, Rechnungen & Co

Ich habe ja schon einmal darüber berichtet, dass die Post hier in Mexico eher unzuverlässig ist. Schon mehrfach ist es vorgekommen, dass Rechnungen so spät kamen, dass die Zahlungsfrist bereits verstrichen war oder sie gar nicht erst ins Haus flatterten.

Mein Bruder, ganz deutsch, kann sich das kaum vorstellen und hat daher einen Versuchsballon gestartet. Die Kommunions-Danksagungskarte seiner Tochter ging im Mai ganz altmodisch auf Reise. Angekommen ist noch nichts. Heute ist der 1. September.

Aber das nur nebenbei.

In den vergangenen Tagen hatte ich gleich 2x das Vergnügen wegen unbezahlter Rechnungen offline zu sein.

Zunächst war es das Internet, dass am Donnerstag abend von jetzt auf gleich gekappt wurde. Nachdem ich 2 Stunden erfolglos versucht habe, wieder eine Verbindung herzustellen, versuche ich die Hotline anzurufen. Als ich das Festnetztelefon benutzen will, sagt mir eine freundliche Stimme, dass dies nicht möglich sei. Da fällt mir ein, dass ich in diesem Monat noch gar keine Rechnung erhalten habe.

Nach einem Check meiner Unterlagen ist mir klar: wir haben nicht bezahlt. Aber ohne Rechnung? Sowas wie Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung gibt es zwar, ist aber mit Tücken verbunden und daher nicht empfehlenswert. (Es sei denn man hat Geld zu verschenken 😉 ) Daher gehe ich jeden Monat nach Erhalt der Rechnung brav zu Oxxo und bezahle dort in bar.

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Oxxo ist eine der meist bekannten Supermarktketten in Mexiko mit vielen kleinen Geschäften, in denen du quasi alles kaufen kannst. Von Chips, über Windeln bis zum frisch belegten Sandwich. Oxxo gibt’s an jeder Ecke und hat irgendwie immer geöffnet. Die Läden selbst erinnern mich immer an Tankstellen-Shops in Deutschland.

Da ich aber keine Rechnung habe, geht Oxxo diesmal nicht. Ich muss direkt zu Telmex, dem Telefonanbieter, fahren. Aber wo sitzen die?

Ich meine mich daran erinnern zu können im Plaza Mayor (unserem Einkaufzentrum) eine Filiale gesehen zu haben. Nachdem mir auch Annett – natürlich per whatsapp – bestätigt hat, dass sich dort eine Filiale befindet, beschließe ich am nächsten Tag tätig zu werden.

Freitag vormittag: Leider muss ich feststellen, dass es sich bei dem besagten Geschäft nicht um eine Filiale von Telmex handelt, sondern um eine von Telcel. Telcel ist mein Mobilfunk-Anbieter. Mein Handy aber funktioniert.

Interessanterweise schicken mich sämtliche Leute, die ich im Plaza Mayor anspreche und um Hilfe nach der Suche der Telmex-Filiale bitte zu Telcel. Ich bin wohl nicht die einzige, die da was durcheinanderwirft…. 😉

Beim weiteren Schlendern durch den Plaza Mayor höre ich plötzlich wie mein Name gerufen wird. Ich drehe mich um – und vor mir steht Maca.

Maca zähle ich inzwischen zu meinen Freunden. Ihre beiden Mädels, Miranda und Miréla sind so alt wie Jonathan und Noah und beide gehen in die gleichen Klassen.  Miréla ist Noahs beste Freundin.

Auf meine Frage hin wo Telmex ist, führt auch Maca mich zielgerichtet zu Telcel. 🙂 Wir beömmeln uns vor Lachen als wir vor dem Laden stehen, aber immerhin hat Maca die glorreiche Idee bei Telcel nach der Telmex-Filiale zu fragen. (hätte ich ja auch mal drauf kommen können…) Nach einigen Internetrecherchen des freundlichen Personals bekommen wir eine Adresse. Leider am anderen Ende der Stadt.

Also, hinfahren, Schlange stehen, bezahlen… 1 Std. später bin ich wieder online. So einfach kann es gehen.

Aber der Vormittag ist um!

Montag habe ich dann ein Déjàvu. Das gleiche „Spiel“ mit meinem Handy. Kein Netz mehr. Diesmal muss ich gar nicht nach der Rechnung suchen… und zum Glück kenne ich bereits den Weg zur Telcel-Filiale 😉 Ich gehe also direkt dort hin, gehe nicht über LOS und ziehe keine 4000 DM ein. Dafür bin ich nicht im Gefängnis, sondern kurze Zeit später wieder mobilfunkmäßig angeschlossen.

Und die Suchaktion von vor 3 Tagen war doch zu etwas Nütze 😉