Festival del Globo

18.-21. Nov. 2016

Dieses WE findet das wichtigste Ereignis des Jahres statt! Das Festival Internacional del Globo in León. Seit 2002 gibt es dieses Festival und mit jedem Jahr ist es ein Stückchen größer und professioneller geworden.

So kommt es, dass in diesem Jahr täglich 200 Heißluftballons im Parque Metropolitano in die Höhe steigen und ein wunderbares Bild abgeben.

Eingerahmt wird das ganze Spektakel durch unzählige Veranstaltungen, wie Konzerte und Tanzvorstellungen , abendliche Illuminationen und ….Verkehrschaos! (denn die Brückenbauarbeiten direkt vor dem Eingang des Parque Metropolitanos lassen sich nicht wegbeamen. Insofern trifft Großbaustelle auf Großveranstaltung – eine, sagen wir mal, „ungünstige“ Kombination! Zumal wir uns in Mexiko befinden, wo das Autofahren sowieso einen sehr individuellen Charakter hat… 😉 )

Aber wie dem auch sei – wir wollen uns den Spaß nicht entgehen lassen und planen ein Wochenende im Sinne der Heißluftballons.

Bereits Freitag morgen auf dem Weg zur Schule bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Die ersten Ballons lassen sich am Himmel blicken und schweben quasi über uns und die Schule hinweg. Noah und Jonathan sind begeistert.

Insofern sind wir motiviert für Samstag morgen und planen das Aufstehen um 6h. Laut Programm werden die Ballons ab 6:30h klargemacht und man kann damit rechnen, dass sie ab 7h nach und nach abheben. Mit meiner Freundin Adalia und ihrem Sohn Matias sind wir dementsprechend zwischen 7:00h und 7:15h verabredet, um uns den Spaß anzuschauen.

Guter Plan!

Nun zur Realität:

Samstag 6:50 h :

Jonathan kommt aufgeregt ins Schlafzimmer „Mama, Mama, wir haben verschlafen! Mein Wecker hat nicht geklingelt!“ Ich sehe Tränen in seinen Augen. „Gaaaaanz ruhig, wir schaffen das!“ Aber auch ich wundere mich. Es wird schon langsam hell – ein Anzeichen dafür, dass Jonathan Recht haben könnte. Ich blicke auf mein Handy. Komisch, auch mein Wecker hat nicht geklingelt…

???

Keine Zeit zum Nachdenken.

Rapp – zapp wecken wir Noah, schmeissen uns in unsere Klamotten, Zähne putzen lassen wir heute mal ausfallen, gefrühstückt wird im Auto. Trockenes Toast, Banane und Wasser. Das muss reichen.

Um 7:25h sind wir am vereinbarten Ort. Puh, noch kein Ballon zu sehen. Die Kinder sind happy – nix verpasst! Aber irgendwie seltsam, dass noch kein Ballon am Himmel schwebt…

img_0407_1Noch kein Ballon in Sicht!

img_0412_1Adalia, Misato und ich warten gespannt, dass es endlich losgeht, während unsere Jungs vergnügt spielen.

Die Stimmung ist fröhlich. Alle warten gespannt darauf, dass die ersten Heißluftballons emporsteigen. In dicke Decken oder Winterjacken eingemummelt und mit Heißgetränken ausgestattet unterhält sich jeder mit jedem.

img_0414_1Jonathan und Noah mit ihren Freunden Matias und Yugo

Die Sonne ist bereits aufgegangen… als um 8:30h eine Dame die offizielle, traurige Botschaft verkündet: Keine Ballons heute! Der Wind ist zu stark und macht den Start zu gefährlich!

Das gab es noch nie in der Geschichte dieses Festivals! Aber verstehen können diese Entscheidung alle.

Auch wenn die Enttäuschung groß ist, lassen wir uns die Laune nicht verderben. Wir packen unsere sieben Sachen und gehen spontan mit Adalia und Matias frühstücken.

Morgen ist ein neuer Tag. Hoffentlich ohne Wind und mit funktionierendem Wecker… 😃

Sonntag, 6:00h:

Der Wecker klingelt. Aufstehen – waschen – anziehen – Zähne putzen – frühstücken – Kaffee für die Mama – ab ins Auto .

7:00h Gran JardinColibri Plaza. Da! Ganz entspannt.

Ein toller Tag. Es ist klar. Die Sonne geht auf und kurze Zeit später sehen wir die ersten Heißluftballons in den Himmel steigen. Eine unglaubliche Stimmung!

img_0422_1endlich – es geht los!

img_0436_1tolle morgendliche Stimmung

img_0441_1auch Jonathan ist begeistert

img_0444Ich bin hin und weg!

img_0457Eva kommt spontan vorbei

Selbst als die Ballons schon nicht mehr zu sehen sind, herrscht noch eine ruhige Stimmung und wir genießen die Morgensonne und den Blick auf den Parque Metropolitano. Spontan lädt Eva uns zum Frühstück ein. Da können Jonathan, Noah und ich natürlich nicht „nein“ sagen. Wo Papa Schwanke doch leider immer noch auf Dienstreise ist….

Und so gehen wir zusammen zu Eva, lassen uns Brot mit Marmelade, Müsli und Kaffee schmecken. Aber so sehr wir uns bemühen ihre Jungs aus den Betten zu schmeissen – das gelingt uns nicht. 😉

Wie sehr freue ich mich auf pubertierende Kinder, die – so wie ich – gerne laaaaaaaaaange schlafen! Aber das nur nebenbei. 😁

 

Zählen auf Mexikanisch

Oft sind es die Kleinigkeiten, die in Mexiko anders sind als in Deutschland!

Wenn ich im Restaurant 3 Getränke bestelle, brauche ich gar nicht erst den Mund aufzumachen, um mich als Deutsche zu erkennen zu geben. Das geht auch mit den Händen – ganz von allein – ohne dass man es merkt… (ganz abgesehen davon, dass ich als Blondine eh nicht als Mexikanerin durchgehe 😉 )

Seht Ihr den Unterschied?

img_5406Eins

img_5407Zwei

img_5409-2Drei

img_5411Vier

img_5414Fünf („Maaaamaaaa, wie blöd – da ist doch gar kein Unterschied!!“)

img_5415Sechs

img_5417Sieben

img_5418Acht

 

Und wer ist hier der Mexikaner?

Día de Muertos

2. Nov. 2016

Heute feiert ganz Mexiko den Día de Muertos – den Tag der Toten. Was zunächst traurig klingt ist super fröhlich und voller Hingabe.

Der Umgang mit dem Tod ist in Mexiko einfach anders. Mit kreativen, liebevoll geschmückten Altären und fröhlich bunten Festivitäten gedenken die Menschen den verstorbenen Verwandten, Freunden und liebgewonnen Menschen.

mercadito_3Im Zentrum Leóns gibt es spezial für den Dia de Muertos einen kleinen Markt, auf dem man handgemachte Süßigkeiten aus Zuckerguss kaufen kann.

mercadito_2Hier seht Ihr eine Auswahl an kunstvoll hergestellten Figuren, Obst- und Gemüsesorten aus Zuckerguss zum Schlemmern.

mercadito_1Eine wahre Augenweide. Immer wieder entdeckt man Neues. Und alles handgefertigt.

mercadito_altarUnd auch ein Altar wird bereits hergerichtet auf dem kleinen Marktplatz.

 

Die Altäre werden bereits einen Tag VOR dem Día de Muertos fertiggestellt. Das ist wichtig, weil der Brauch sagt, dass die Toten in der Nacht kommen und die Köstlichkeiten verspeisen… Der Gedanke ist in meinen Augen ein bisschen gruselig, aber wenn man mit Mexikanern darüber spricht, werden sie ganz sentimental und haben vor Freude die Tränen in den Augen. So jedenfalls meine Erfahrung.

Insofern empfinde ich die Stimmung als total positiv, voller Zuversicht und Liebe für die verlorenen Menschen. Die Gestaltung der Altäre ist keine Farce. In der Regel macht sich die ganze Familie Gedanken darüber, was der Mensch, dem man den Altar widmet, gerne mochte, getan hat und was ihn ausgemacht hat. Dementsprechend wird ein schönes Foto der Person auf den Altar gestellt dann alles hergerichtet. Ganz persönlich und in den eigenen vier Wänden. Wenn Onkel Siggi zum Beispiel gerne handwerklich aktiv war und fleißig im Haus gearbeitet hat, so schmückt man den Altar z.B. mit einer Bohrmaschine, Nägeln und Schrauben. Hat er gerne ein bestimmtes Bier oder Cola getrunken, so stellt man symbolisch eine Flasche davon auf den Altar. Die Würstchen mit Senf natürlich auch…😉 Hat der Tote gerne Musik gemacht, so kann man die Liederzettel seiner liebsten Songs oder ein bestimmtes Instrument darbringen… Der Kreativität werden keine Grenzen gesetzt. Aber was auf keinen Fall fehlen darf sind die Blumen – vorzugsweise Cempasuchil (Studentenblumen) in orange und gelb….

img_5147Diesen Altar haben Schüler und Lehrer in der Schule gestaltet. Er wurde dem bekannten mexikanischen Sänger Juan Gabriel gewidmet. Seht Ihr die Deko? Die echte E-Gitarre hinten rechts hat Jonathan besonders beeindruckt! 😉

humane_2Die Klaviatur wurde aus Reis und schwarzen Bohnen gelegt. Die Instrumente aus Linsen und Bohnen… Das Orangene sind Blüten der Studentenblume…

Auch wenn der Brauch heidnischen Ursprung hat – ich finde ihn toll! Ich finde es einfach schön, dass die Menschen sich so viele Gedanken machen, sich so viel Mühe machen und Zeit nehmen an einen geliebten Menschen zu denken. Und das mit Freude!

walmartDieser Altar wurde bei Walmart (Supermarkt) einer verstorbenen Mitarbeiterin gewidmet. Er steht in mitten der Obst- und Gemüse-Abteilung.

Wer wünscht sich das nicht für sich selbst? Wie cool ist der Gedanke, dass sich nach meinem Tod noch Menschen an mich erinnern, ’ne Party für mich machen und über mich mit meinen Ecken und Kanten, meinen Vorlieben und seltsamen Gewohnheiten sprechen…. Findet Ihr nicht?

 

 

Honores a la Bandera de Mexico

17. Oktober 2016

Heute ist für uns ein besonderer Tag. Noahs Kindergartengruppe ist an der Reihe die „Honores a la Bandera“ zu gestalten. Eine Ehre!

Schon seit 2 Wochen bereiten sich die Kinder auf dieses Ereignis vor.

Die „Honores a la Bandera“ findet in der Schule etwa alle 3 Wochen – immer montags – statt. Zu dieser Feierlichkeit kommen alle Klassen der Schule zusammen, es wird die Nationalhymne gesungen, die mexikanische Flagge getragen und das Land geehrt. Zunächst etwas befremdlich für unsereins. Wo wir Deutschen doch ein etwas gestörtes Verhältnis zum Nationalstolz haben. Ich jedenfalls. Das wird mir immer wieder bewusst.

Hier hingegen ist man stolz auf sein Land. Mexiko und seine Unabhängigkeit werden gefeiert und es wird Flagge gezeigt – im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist authentisch und gefällt mir irgendwie.

Für diesen Montag haben einige Kinder Plakate gestaltet, andere fleißig marschieren geübt und alle zusammen einen Tanz einstudiert. Die geladene Elternschaft ist begeistert! Wir natürlich auch! Seht selbst:

img_6140 Die „Eskorte“ marschiert und trägt die Flagge. Es wird die mex. Nationalhymne gesungen.

img_6146Die wichtigsten Tage des kommenden Monats werden von den Kindern präsentiert. Noah spricht stolz ins Mikrophon.

img_4916Noah zeigt sein selbstgebasteltes Plakat. Mama „durfte“ beim Basteln helfen 😉

img_6163Mit dem Überraschungstanz begeistern die Kleinen alle Anwesenden. Die Stimmung ist super! Hinterher wollen alle eine Zugabe!

img_4903Geschafft! Die Kinder sind glücklich, dass alles so gut geklappt hat. Fröhliche Stimmung bei Erziehern und Kindern.

Oktoberfest in León

25.09.2016

Heute gehen wir zum Oktoberfest.

Was ich in Deutschland bislang erfolgreich vermieden habe, wird hier nichtig.

Ich freue mich sogar auf das Ereignis. Um nicht zu sagen, ich war die Initiatorin zu diesem Event!!! Wahrscheinlich ist es unbewusst die Sehnsucht nach Heimat 😉 (obwohl ich mich im Süden Deutschlands eigentlich nie heimatlich gefühlt habe. Naja.)

Wie auch immer, pünktlich um 14:30h stehen wir am Eingang zum „Festzelt“ und werden schon freudig von unseren Freunden erwartet. Während Jonathan und Noah gleich abdampfen zum Fußballspielen, testen wir erstmal das zünftige deutsche Essen und sind begeistert. Meine Wurst schmeckt super und die Haxe von Frank ist ein Gedicht! Und auch das Sauerkraut übertrifft das ein oder andere Kraut, dass ich in Deutschland vor die Nase gesetzt bekommen habe. Richtig lecker!

IMG_4517Frank glücklich!

IMG_4521Noah satt!

Die Zeit vergeht wie im Flug. Auch wenn das Bier nicht in Maßkrügen serviert wird, schmeckt es herrlich und die Stimmung ist gut. Wir lernen viele nette – und ein paar komische 😉 – Menschen aus Deutschland, Österreich und Mexiko kennen.

IMG_4514Leckereien vom deutschen Bäcker gibt’s  natürlich auch! Mmmmh!

Zwar ist es irgendwie seltsam zu sehen, wie Mexikaner und Japaner zu „Es steht ein Pferd auch dem Flur“ in einer Polonese durchs Festzelt ziehen und hinterher noch „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse“ krakelen, aber – so what ? – ist doch authentisch. Ich glaube, in München ist das auch nicht anders, oder? Die Freude steht jedenfalls allen ins Gesicht geschrieben und eine heiße Mexikanerin im Dirndl sieht man auch nicht alle Tage 😃

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Und interessanterweise sind doch viele der Leute tatsächlich schon mal in München auf dem Oktoberfest gewesen oder haben anderweitig irgendeinen Bezug zu Deutschland… Das finde ich sehr spannend!

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Aus den ursprünglich geplanten 2 Stündchen werden ein paar mehr, bis wir quasi fast als Letzte aus dem Zelt gefegt werden…

Ein gelungener Sonntag! Das findet auch mein Mann 😊

 

 

 

Zahnspangen-Wahn(sinn)

Ob Ihr es glaubt oder nicht, hier blitzen Euch von allen Seiten feste Zahnspangen entgegen. Man könnte fast glauben, die Dinger wären gerade erfunden worden. Was meinen Bruder in seiner Pubertät Unmengen Nerven gekostet hat, scheint hier total Hip und in Mode zu sein. Während Nils es gar nicht erwarten konnte, das Ding endlich los zu werden und ich glücklich war, um dieses Laster herumzukommen, scheinen hier Zahnspangen fast eine Sache des Prestiges zu sein. Denn nicht nur Teenies tragen die Metal- oder Kunststoffplättchen stolz auf ihren Zähnen – nein, ganz im Gegenteil – auffallend viele Erwachsene, Männlein wie Weiblein, ob 30 oder 50, sind es, die sich ihre Zähne richten lassen. Dazu muss man sagen, dass für Mexikaner ein gepflegtes Äußeres sowieso von großer Bedeutung ist.

Ob im Supermarkt, in der Musikschule, in der Bank, der Gemeinde oder beim Metzger – überall lachen mir Zahnspangen besetzte Zähne entgegen. Irgendwie befremdlich, finde ich. Nicht, dass Ihr mich falsch versteht! Ich finde schöne und gepflegte Zähne wichtig und lege selber auch viel Wert darauf – das Problem für mich ist nur, dass ich bereits aus 100 Meter Entfernung sehen kann, wer eine Zahnspange getragen hat und wer nicht. Ich vermute ja, dass es hier eine Norm für die Zahnstellung nach Zahnspangen-Tragen gibt. 🤔 Diese Norm entspricht wahrscheinlich der Norm für 3. Zähne aus den 80er Jahren und wurde mal eben abgekupfert. Die Zähne stehen so gerade nebeneinander, dass sie mich schwerstens an das Gebiss meines Opas Jupp erinnern… 😉 Häufig sind sie dann auch noch gebleecht …

Klar – ist alles Geschmackssache, aber mir persönlich gefällt das gar nicht. Jedwede Individualität geht verloren.

Wie komisch wäre es, wenn mein Papa nicht diesen Schneidezahn mit der kleinen abgebrochenen Ecke hätte? Ich finde, das macht sein Lachen besonders.

Oder könnt Ihr Euch Madonna ohne Zahnlücke vorstellen?

 

Noah wird berühmt

Wie jeden Montag und Mittwoch, haben Jonathan und Noah Musikschule. D.h. Jonathan spielt Schlagzeug und Noah tanzt Hip Hop bzw. Brake Dance.

So auch heute.

IMG_2760 Jonathan beim Schlagzeugunterricht. Das macht Spaß!

 

IMG_5049Mit lauter Musik wird trainiert.

IMG_5047 Noah voll in seinem Element.

Während die Kinder in ihren Kursen sind, gehe ich normalerweise in den gegenüberliegenden Supermarkt und kaufe ein. Effektives Zeitmanagement nennt man sowas wohl heute.

Heute jedoch habe ich keine Einkäufe zu erledigen und so sitze ich nichtsahnend in dem kleinen Café der Musikschule und lese in meinem Buch, als mir plötzlich eine andere Mutter fröhlich lachend eine Zeitschrift unter die Nase hält.

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Hääääh?

Doch schnell finde ich den Grund für ihre Geste:

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Was ist das? Kenne ich den Jungen mit den weißen Haaren etwa? 😉

Ich bin zwar weder gefragt worden, ob ich damit einverstanden bin, dass Noah in der Zeitung abgelichtet wird, noch habe ich dieses Foto vorher jemals gesehen, aber ich freue mich!

Ist er nicht süüüüüß ?

😉

Und vielleicht ist dies ja der Anfang einer großen Modell-Karriere….

Post aus Deutschland !

2. September 2016

Als hätte der Briefträger meinen Blog gelesen, bekommen wir heute das 1. Mal private Post. Die Kommunionsdanksagung meiner Nichte Lena ist angekommen – trotz zweier Rechtschreibfehler in der Adresse!! Der deutsche Poststempel zählt den 19.05.2016. Unglaublich!

Gerade gestern erst habe ich mich hier über die Unzuverlässigkeit der mexikanischen Postbehörden beschwert.

Werden wir etwa observiert? Oder gar abgehört??? 😉

Lieber Postbote, eres el mejor cartero del mundo. Estoy muy feliz sobre el carta que me diste. Muchísimas gracias por tu buen trabajo. Espero nos vemos pronto!

¡Muchos saludos! Dorte

 

Ein erlebnisreiches Wochenende

27. – 28.08.2016

Ein Wochenende ohne Frank steht auf dem Programm.

Frank ist noch auf Dienstreise und so müssen wir das Wochenende ohne ihn verbringen. Im Prinzip ja gar nicht so wild, doch Wochenenden sind immer etwas besonderes für Jonathan und Noah und die Erwartungshaltung nach Ausflügen und Verabredungen ist definitiv gegeben…

Ähnlich wie in Deutschland ist auch hier das Wochenende Familienzeit. Wobei Familie in Mexiko Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Omas und Opas ganz selbstverständlich mit einschließt. Insofern tue ich mich schwer damit, meine neuen mexikanischen Freundschaften (oder sagen wir eher noch Bekanntschaften) danach zu fragen, ob ich am Wochenende etwas mit ihnen unternehmen könnte. Soooo gut kenne ich definitiv noch niemanden.

Klar kommt es vor, dass wir am WE mal zum Essen eingeladen werden oder wir andere Familien einladen. Aber dann eben als ganze Familie. Also etwas komplett anderes.

Daher freue ich mich sehr, dass ich von unserem Nachbarn Archibaldi (geiler Name, oder?? 😉 )  gefragt werde, ob ich Lust habe am Samstag vormittag mit ihm und seiner Arbeitskollegin Anna Tennis zu spielen. Diese Gelegenheit lasse ich mir nicht nehmen und sage spontan zu.

Da seine Kinder (14 und 12) auch dabei sind, müssen sich auch Jonathan und Noah nicht langweilen und so kommt es, dass wir uns letztlich fast 3 Stunden auf den beiden Tennisplätzen hinter unserem Haus tummeln, reihum die Mannschaften wechseln und Spanisch/Deutsch im Wechsel sprechen. Dazu muss man wissen, dass Archibaldo Deutschlehrer für Kinder ist und es natürlich total spannend findet, „echte“ deutsche Kinder Deutsch sprechen zu hören… 😉 und sein Deutsch endlich mal wieder außerhalb der Schule anwenden zu können. So haben wir uns darauf geeinigt, dass ich mit ihm Spanisch spreche und er mit mir/uns Deutsch. Sehr lustig.

Wie sich dann heraus stellt, habe ich mit meiner Wolfsburger Freundin Annett eine „Leidensgenossin“ gefunden. Auch sie ist mit ihren 2 Jungs Jamie und Jayden das WE allein in León. Auch bei Maik musste das freie WE einer Dienstreise weichen… Daher ist klar, wir unternehmen etwas zusammen.

So haben wir die glorreiche Idee am Samstag nachmittag mit den Kindern ins Jumperfly zu fahren. Das Jumperfly entspricht dem Jumphouse in Hamburg. Eine riesige Halle mit vielen Trampolinen an Boden und Wand, einem Becken aus Schaumstoffwürfeln in das man hineinhüpfen kann und Basketballfeld… Die Kids sind begeistert!

IMG_3734Jonathan, Noah und Jayden hüpfen , was das Zeug hält.

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IMG_3735da wird ordentlich geschwitzt!

Leider nimmt die frohe Zeit bald ein jähes Ende. Jamie, Annetts großer Sohn, fällt unglücklich… also, ab ins Krankenhaus. Während die 3 „Kleinen“ fröhlich weiterhüpfen, steht für Jamie bald fest: Radiusköpfchenfraktur. 4 Wochen Gips. 🙁

Das hatten wir uns anders vorgestellt!!!

IMG_3833Jamie frustriert!

 

Neuer Tag, neues Glück.

Sonntag entdecken wir einen tollen neuen Ort zur Freizeitgestaltung: den „Centro de Ciencias Explora“. Es handelt sich um ein interaktives Kindermuseum, mit verschiedenen Themenräumen, in denen es für jeden etwas Spannendes zum Ausprobieren gibt.

Mit Lars, Cecile, Paola und Luis gehen wir auf Entdeckungsreise. Eigentlich wollte Annett mit ihren Jungs auch mitkommen, aber verständlicher Weise ist Jamie nicht gerade in Laune durch experimentelle Museen zu schlendern. Und ihn „einarmig“ allein zuhause zu lassen ist definitiv auch keine Option für Annett. (wär auch gemein, oder? Ich erinnere ich an meinen Armbruch vor 7 Jahren… ich konnte mir ja kaum ein Brot alleine schmieren…)

Damit Jayden sich aber nicht langweilen muss, packen wir ihn spontan ein und machen uns auf die anderen am Museum zu treffen. Mit Gauthier und Alexandra kommen noch zwei weitere Freunde dazu, so dass wir schlussendlich 5 Erwachsene und 5 Kinder sind. Eine gutes „Betreuungsverhältnis“ wie sich schnell heraus stellt, denn die Angebote sind so spannend und vielfältig, dass es schwer ist alle Kinder gleichzeitig im Auge zu behalten.

IMG_3767Jayden, Luis, Paola, Jonathan u. Noah staunen

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Ein tolles Wochenende geht zuende! Auch ohne Papa hat es Spaß gemacht, aber wir freuen uns trotzdem, wenn er endlich wieder da ist! 😉

 

 

 

 

Sommerurlaub am Pazifik

23.07. – 06.08.2016

In diesem Sommer wollen wir unseren Urlaub in unserer neuen Heimat verbringen. Unser Ziel ist ein Hotel an der mexikanische Pazifik-Küste zwischen Puerto Vallarta und Sayulita. Etwa 8 Stunden Autofahrt stehen uns bevor.

Mit reichlich Proviant bewaffnet, unzähligen Hörspielfolgen „Ella“ und einem iPad voller „Pinguine aus Madagaskar“ im Gepäck, machen wir uns um 6h morgens auf in Richtung Westen.

Als wir ankommen erwarten uns -oooh Wunder… – Sonne, Strand und Meer! :-)Wir erkunden das Hotel und die Anlage.

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Danach geht’s erstmal in den Kinderpool. Jonathan und Noah sind begeistert. Während die Jungs die Wasserrutschen testen, probieren wir die Cocktails. Margarita Fresa und Margarita Limon werden meine Favouriten….

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IMG_5437Frank steht auf Bob Marley

IMG_5441Ups, der wievielte ist das nochmal??

Am besten gefällt mir definitiv der Meerwasserpool. Dieser befindet sich direkt am Strand und wurde einfach nur durch Natursteine vom „großen Meer“ abgetrennt und ermöglicht daher ein sicheres Baden auch für die „kleinen Gäste“. Das eigentliche Meer hat eine ordentliche Brandung. Perfekt zum Surfen und Bodyboarden, aber die Strömung und die Felsen sind nicht gerade ideal, um Kinder wie Noah entspannt baden zu lassen. Während Frank und Jonathan also die Bodyboards testen, vergnüge ich mich mit Noah im Meerespool.

IMG_3086der Meerespool

IMG_3220 Seht Ihr im hinteren Strandbereich den abgetrennten Bereich des Meeres?

Dienstag:

Heute machen wir einen Ausflug ins nahe gelegene Sayulita. Sayulita wurde uns ebenfalls von vielen Freunden als Urlaubsort empfohlen. Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir in dem kleinen „Hippidorf“ an. Es regnet inzwischen in Strömen. Ein warmer heftiger Sommerregen. Die Straßen stehen unter Wasser, Kinder und Erwachsene laufen barfuß durch die schlammdurchzogenen kleinen Straßen – mit strahlenden Gesichtern. Denn Frieren tun sie nicht!

Wir finden Unterschlupf in einer netten Strandbar direkt am Meer. Mit UNO und leckeren Getränken vertreiben wir uns die Zeit bis der Regen nachlässt.

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Und da wir ja gerade schon mal am Strand sind, geht’s erstmal ins Wasser. Herrlich!

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Nach dem Badespaß erkunden wir die Stadt. Die kleinen Sträßchen sind voll von kleinen Cafés, bunten Läden mit Kunsthandwerk und individuellen, selbstgeschneiderten Klamotten. Eine Farbenpracht! Die Leute sind fröhlich und entspannt. Für mich ein gelungener Mix aus purem Mexiko und Goa (Indien).

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Leider trägt die schwüle Hitze nicht gerade zur Kauflaune meiner 3 mich begleitenden Männer bei. So darf ich mich nur kurz Shopping-technisch austoben, während die Jungs sich in die Eisdiele verdrücken…. Aber fündig werde ich natürlich trotzdem! 🙂

 

Donnerstag:

Heute machen wir einen Bootstrip zu den vor der Küste liegenden Inseln „Islas Marietas“ .  Nach anfänglicher Skepsis sind Jonathan und Noah begeistert, als wir mit dem Boot über die Wellen reiten.

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Wir entdecken eine Insel der besonderen Art. Mit dem Boot können wir in Höhlen und Krater hineinfahren, sehen versunkene Strände, viele verschiedene Vogelarten und jede Menge Fische – denn Schnorcheln ist in dem Trip natürlich inbegriffen.

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Mit Schwimmwesten um die Taille gebunden, geht’s vom Boot aus direkt ab ins Meer. Auf diese Weise kann auch Noah schon mit uns Schnorcheln und hat riesig Spaß. Trotz Wellengang und unbekanntem Terrain, springt er furchtlos in die Fluten und freut sich wie ein Schneekönig über die bunten Fische mit leuchtenden Streifen! 🙂

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Jonathan freut sich riesig, dass seine Flossen endlich mal richtig zum Einsatz kommen und folgt damit ganz flink unserem erfahrenen Guide Valentin.

Wieder ein Stück Freiheit mehr. Schnorcheln mit ganzen Familie! Das ist cool!

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IMG_5273Nach dem Schnorcheln ist der Hunger groß 🙂

 

Freitag:

Heute geht’s ins berühmt berüchtigte Puerto Vallarta. Ein heißbegehrter Urlaubsort der Mexikaner. Aber auch viele Amis kommen hierher, da es einen Flughafen gibt, der direkt aus den USA angesteuert wird.

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Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen enttäuscht. Mir ist die Stadt zu kommerziell, zu austauschbar. Zwar zieren unzählige Palmen den Strand und es gibt den sogenannten Malecon – eine hübsche Strandpromenade entlang der Küste – aber irgendwie fehlt mir hier das Flair. Die Tatsache, dass wir hier von allen Seiten auf Englisch angequatscht werden und man uns irgendwas verkaufen möchte, trägt nicht gerade zu meinem Wohlfühlmodus bei.

Nach einem leckeren Eis und neu erstandenen Badeklamotten machen wir uns schleunigst daran, zurück ins Hotel zu fahren.

In der Nacht überfällt mich dann Montezumas Rache… und ich bin die nächsten 2 Tage ausgeknockt… kein Spaß…

 

Sonntagmorgen:

Noah möchte in den Kids Club des Hotels!

Hääääh? Freiwillig? In echt???

Ok – gut – auf geht’s in den Kids Club!

Während Jonathan mit uns an den Strand geht, verbringt Noah tolle Stunden im Kreise netter Kinder. Voller Begeisterung berichtet er von seinem Tag.

Am Abend beschließt Jonathan, dass auch er morgen mal in den Kids Club gehen will….

Hurra – denken wir – Entspannung pur!!!

Und so kommt es, dass ich plötzlich allein – mit gutem Lesestoff ausgestattet – am „Erwachsenen Pool“ liege und von freundlichen Kellnern mit leckeren Margaritas versorgt werde… Frank tobt sich derweil im Fitness-Studio aus. Alle sind glücklich. 🙂

Und da Jonathan und Noah plötzlich ihr Schauspieltalent entdeckt haben und bühnenreif geworden sind, ist auch das Abendprogramm für uns gesetzt… Eine komplett neue Art des Urlaubs. Etwas befremdlich zunächst, aber doch gut. Die Kinder haben einen Mordsspaß und uns stehen am Abend vor Lachen die Tränen in den Augen!

IMG_3199Spiel & Spaß mit Pinata-Schlagen

IMG_5510Jonathan ist Popstar…

IMG_5506Jonathan gibt ALLES

IMG_5540Zirkus

IMG_5544Jonathan zeigt sein Schauspieltalent

IMG_5575 Clownsein ist toll

Insofern müssen wir unsere Woche ein bisschen umdisponieren. Den Kids Club wollen Jonathan und Noah nämlich auf keinen Fall verpassen.

 

Donnerstag:

Heute erfülle ich mir einen Traum. Als bekennender „Flipper“- Fan bin ich fasziniert von Delfinen und wollte schon immer mal mit einem Delfin durch die Meere schwimmen.

Etwa eine halbe Autostunde von unserem Hotel entfernt liegt Nuevo Vallarta. Hier gibt es die Möglichkeit mit Delfinen zu schwimmen. Wenn auch leider nicht im offenen Meer….

Der ein oder andere von Euch wird jetzt wahrscheinlich sagen: Wie kannst Du nur! Die armen Delfine!

Ich weiss – das Thema ist heikel und sehr umstritten und natürlich auch kommerziell. Und trotzdem freue ich mich auf das Erlebnis.

Nach einer kleinen Einführung mit interessanten Informationen über Delfine und ihre Lebensweise, deren sich ändernden Umweltbedingungen und wichtigen Hinweisen zum eigenen Verhalten während des Kurses, geht es in Richtung der „Delfin-Gehege“. Wir werden in Gruppen zu 6 Personen eingeteilt.

Jonathan und ich haben uns für das Programm „Dolphin Swim Experience“ angemeldet. Da Noah noch nicht alleine schwimmen kann und erst 4 Jahre alt ist, macht er mit Frank das Programm „Dolphin Encounter“. Hier geht es darum mit dem Delphin in Kontakt zu kommen, in zu streicheln, zu umarmen und zu füttern.

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Jonathan und ich dagegen dürfen mit „unserem Delphin“ auch schwimmen.

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Fazit:

Es war toll!! Ein krönender Abschluss unseres Urlaubs! Jonathan und ich wären gerne noch länger im Becken geblieben. Noah wäre auch gerne mit dem Delphin geschwommen, so dass wir versprechen mussten nochmal wieder zu kommen, wenn er alt genug ist und schwimmen kann. Und auch Frank, der eigentlich nur mir zu Liebe mitgekommen ist, hat Lunte gerochen… 🙂

Es wird bestimmt ein nächstes Mal geben – dann mit dem Programm “ Dolphin Extreme“! 🙂