Angekommen 2

Ein verrückter Sonntag

6.3.2016

Leider musste Frank am Sonntag nach unserer Ankunft schon wieder auf eine 9-tägige Dienstreise. Dies lies sich leider nicht anders organisieren.

Eine Herausforderung für mich – 3 Tage nach Ankunft. Fremdes Land, fremde Sprache, fremder Verkehr, fremde Nachbarschaft…

Zunächst einmal stellte Frank mir noch schnell vor seinem Abflug unseren Gärtner -Marcos- vor, der vorzugsweise sonntags unseren Garten pflegt. Ich weiss nicht, was ich für eine Vorstellung hatte, auf jeden Fall war ich positiv überrascht. Mir begegnete ein fröhlich, freundlicher Mann, der mir auf Anhieb sehr sympatisch war. Mit Händen und Füßen und viel Lachen klappte die Kommunikation perfekt. Marcos kümmert sich nicht nur um unseren Garten, sondern ist auch Ansprechpartner für „Problemchen“ rund um’s Haus. So musste unbedingt unser Gastank aufgefüllt werden (nein, nicht etwa für die Heizung! die gibt es hier nicht!!! Aber wir kochen mit Gas…) und unsere Duscharmatur repariert. Während Marcos sich also mit dem Klemptner die Dusche vorgenommen hat, versuchte ich die Kinder auf’s Nachmittagsprogramm vorzubereiten. Ein Besuch mit Expat-Kollegen im Parque Metropolitano.

Eigentlich war alles gut organisiert. Doch eine halbe Stunde bevor wir los wollten kamen Marcos und sein Klemptner-Kollege und zeigten mir das Teil, dass die Probleme in der Dusche verursacht hatte. Sie müssten nur kurz das Ersatzteil besorgen. 10min, dann wären sie wieder da. Ok, dachte ich, kommt ja zeitlich hin…

Warten, warten, warten. Die Kinder wurden unruhig. Ich auch.

Was tun? Der Werkzeugkoffer war noch hier. Unserer Verabredung hatte ich schon Bescheid gegeben , dass es wohl später wird.

Die Jungs quengelten. Sie wollten los.

Als Frank sich vom Flughafen meldete, um zu hören wie es läuft, war ich dankbar.  Er rief Marcos an und 15 min später standen die beiden Herren fröhlich vor der Tür, um mir mitzuteilen, dass das Ersatzteil erst  in den USA bestellt werden müsse. Den Vorschlag, die Armatur aus einem anderen Badezimmer im Haus in unsere Dusche am Schlafzimmer einzubauen, fand ich gut. Dies sollte nur 10 min dauern. Nach einer halben Stunde war ich genervt.

Das „Problem“ ist: Die beiden sind super nett. Man kann ihnen gar nicht böse sein. Insofern war ich innerlich hin und her gerissen.

Gerade hatte ich mich mit den beiden darauf geeinigt, dass ich jetzt mit den Kindern losfahre und sie alleine nach getaner Arbeit das Haus verlassen, da… klingelten die Nachbarn!

Bienvenido/Welcome/ willkommen!! 🙂

Mit Blumen, 2 frischen Broten vom deutschen Bäcker und einer netten Begrüßungskarte stand mein Nachbar samt Tochter und Enkeltocher vor der Tür. Ein denkbar schlechter Augenblick.

Wie gut, dass ich ein interkulturelles Training gemacht habe!

Locker bleiben! Freuen! Zeit vergessen!

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Und um ehrlich zu sein. Es ist toll, so nett begrüßt zu werden. Hilfe zu bekommen und sich nicht allein zu fühlen!

Den Ausflug in den Park haben wir dann auch noch gemacht. Später halt. Und schön war’s allemal. Da waren wir uns alle einig!

 

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