Adios Emanzipation

Natürlich kann ich meine Einkäufe selber in den Kofferraum packen – tue ich aber nicht! 🙂

Ehrlich gesagt genieße ich mittlerweile den Luxus mir die Einkäufe in den Kofferraum packen zu lassen. Und auch dass mein Einkaufswagen hinterher unaufgefordert weggebracht wird, finde ich super.  Als wir hierher gekommen sind, dachte ich zuerst: „Wie dekadent. Das kann ich doch selber!“, aber inzwischen sehe ich das anders. Die zumeist männlichen Helfer sind extrem nett und freundlich. Selbst wenn man ihre Dienste ablehnt, bleiben sie freundlich und zuvorkommend. Niemals kommt ein böser Blick oder gar pöbeligiger Spruch so wie ich es aus Hamburg kenne, wenn man einem Penner oder Bettler nichts gibt.

Die oft älteren Herren tun ihre Arbeit und dabei verstehen sie sich als Dienstleister. So ist zumindest mein Eindruck. Daher gebe ich gerne ein bisschen Trinkgeld für den Service, der mir das Leben erleichtert. Ich verstehe mich dabei eher als „Arbeitgeber“ in einem Land mit einer enormen Diskrepanz zwischen arm und reich.

Es handelt es sich aber nicht immer nur um einen „netten Luxus“ den man sich erkauft. So bin ich z.B. oft extrem dankbar dafür, dass mir jemand die Straße freihält, wenn ich mich rückwärts aus einer Parktasche wieder in den Verkehr eingliedern will. Die mexikanische Fahrweise  ist doch zum Teil sehr „wild“ und so manch ein Crash ist damit vorprogrammiert. Ich starte also entspannt das Auto, lasse mich dirigieren und reiche -bevor ich endgültig losdüse- noch schnell 10 Pesos aus dem Fenster. Die Freude liegt auf beiden Seiten.

Außerdem sind viele dieser Situationen perfekt dazu geeignet mein noch beschränktes Spanisch zu üben. Die Helfer merken in der Regel sofort, dass ich Ausländerin bin. (Kooomisch, woran liegt das nur???) Die Tatsache aber, dass ich versuche mich in Spanisch mit ihnen zu unterhalten kommt gut an. Meist fragen sie dann auch sofort wo ich herkomme und ob es mir in León gefällt. So hatte ich mittlerweile schon ein paar richtig nette Parkplatz-Unterhaltungen, die über einen kurzen Klönschnack hinaus gingen. Das ist cool und für mich undenkbar in Deutschland.

 

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