Garten

Willkommen in der Nachbarschaft – Teil 2

20.4.2016

Heute sind wir zum Abendessen bei den Nachbarn aus Haus #104 eingeladen. Am Sonntag bekam Frank, während wir auf der Kermés waren, einen überraschenden Anruf von einer uns bis dato unbekannten Nachbarin mit der Frage, ob wir Lust und Zeit hätten heute (Mittwoch) zum Essen zu kommen. „Casual“ wurde betont. Auch ein paar andere Nachbarn und sogar Freunde mit deutschen Wurzeln wären eingeladen.

Spontan haben wir einfach mal zugesagt.

Richtig Lust habe ich ehrlich gesagt gerade nicht. Ich könnte mir auch gut einen Abend mit Frank auf der Couch vorstellen… Naja. Auf geht’s. Da wir noch keine Muchacha (Haushälterin) haben, die bei uns wohnt, kommt zum ersten Mal seit wir hier sind eine Babysitterin ins Haus – Nancy. Die Kinder freuen sich schon und Jonathan hat Nancy schnell okkupiert.

Wir sind um 20h eingeladen. Mayela, die Gastgeberin, hat mir aber vor 2 Tagen als wir uns zufällig über den Weg gelaufen sind, lachend zu verstehen gegeben, dass 20h in Mexiko 20:15 bis 20:30h bedeutet. Deutsche wären ja immer sehr pünktlich… 🙂

Pünktlich um 20:35h treffen wir also bei Mayela und Miguel ein. Als uns die Tür geöffnet wird  verkriecht sich gerade eine Schlange im Eingangsbereich unter einem riesigen Blumentopf. Das Geschrei ist groß. So wird der Empfang etwas „lockerer“ und wir haben direkt ein Einstiegsthema zur Unterhaltung.

Zwei Paare aus der Nachbarschaft sind schon da. Das eine ist die große Schwester (Malu) der Gastgeberin mit ihrem Mann und das andere Paar sind Nachbarn von Gegenüber.  Alle sehr nett und fröhlich und nicht wesentlich älter als wir.

Etwa eine halbe Stunde später, kommen noch Sissi und ihr Mann (ein anscheinend geachteter Onkologe in León). Sissis Mutter ist die Konsulin und deutsche Vertretung hier in León und uns namentlich daher schon bekannt. Dass Sissi und ihr Mann aber in unserem Alter sind und 3 Jungs haben wusste ich noch nicht. Die zwei jüngeren Kinder sind genau so alt wie Jonathan und Noah, so dass wir uns sofort mit Kindern verabreden. In zwei Wochen treffen wir uns also am Wochenende. Das ist natürlich cool und ich freu mich schon drauf.

Zum Glück können alle gut Englisch, so dass wir uns tatsächlich richtig unterhalten können. (Unser Spanisch ist leider noch weit davon entfernt gesellschaftstauglich zu sein) . Da wir ja keine Ahnung hatten wem wir begegnen würden, fühle ich mich zu Beginn ein bisschen „unsicher“ oder sagen wir besser „skeptisch“, „zurückhaltend“. Aber schnell fühlen wir uns wohl, genießen das Essen in lockerer Atmosphäre (Tacos + Pasta), den Wein und die Gesellschaft.

Bald zeigt sich, dass fast alle Nachbarn schon mal in Deutschland waren. Erlebnisse und Anekdoten werden auspackt und wir haben viel zu lachen. Ausserdem interessieren sich die anderen natürlich für unsere Motivation nach Mexiko zu ziehen, unsere ersten Erfahrungen und bieten außerdem ihre Hilfe in allen Lebenslagen an. Ich habe den Eindruck es ist tatsächlich ernst gemeint. Auch wenn bei diesen Leuten statt einem Honda ein Porsche vor der Tür steht und statt 2 Autos 4-5 Autos vorhanden sind, ist keiner überheblich oder gar prahlerisch. Ganz im Gegenteil. Alle wirken recht bodenständig. Das überrascht Frank und mich gleichermaßen.

Es war ein schöner Abend – viel entspannter als erwartet – und so gehen wir leicht beschwippst gegen 23:30h nach Hause mit den Worten: „Es hat sich gelohnt die heimische Couch für einen Abend auf  der benachbarten Terrasse zu verlassen“.

🙂

 

Und das hat uns dann noch Lourdes, die Nachbarin und vegane Köchin aus Haus #115 mit auf den Weg gegeben:

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selbstgemachtes Granola – mmmh , extrem lecker!!

Muchas Gracias 🙂

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