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mein 1. Friseurbesuch

19. Mai 2016

Heute habe ich einen Friseurtermin. Mein Erster seit wir hier sind.

Ich habe Angst!!

Ich habe mittlerweile sooo viele Horrorgeschichten über Friseurbesuche von Europäern in Mexiko gehört, dass ich Schiss um meine vielen, schönen, glatten, dünnen, blonden Haare habe. Das Haar von Mexikanern ist einfach anders und reagiert speziell auf Blondierung total anders. Da ich aber auf ein paar blonde Strähnen im Haar nicht verzichten möchte, wage ich heute das „Abenteuer Friseur“!

Wer mich näher kennt, weiß was das für mich bedeutet…

Pünktlich um 10h betrete ich den Laden Bellissimo! Ein exklusiver Friseur in León. Es wird geworben mit Hair-Health-Beauty-Complex!

Ich will nur Strähnen.

Zu diesem Zweck wurde mir ein 4-stündiger Termin geblockt! Zum Schneiden wäre aber hinterher keine Zeit mehr, wurde mir vorab bereits angekündigt. Da müsse ich dann einen 2. Termin machen. Schluck – ooookaaay! In HH war ich in der Regel nach 2,5 Std. mit allem fertig. Inklusive schneiden und föhnen. Mmmh.

Um 10:15h kommt Fabian, mein Friseur, und bittet mich zum Stuhl. Er befühlt und beschaut meine Haare ausgiebig und – föhnt sie erstmal . Häää??

Danach besprechen wir das Prozedere. Die Tatsache, dass Ina, meine langjährige und liebste Friseurin aus HH, mir genaue Instruktionen gegeben hat, mit wieviel Prozent Blondierung und wieviel  Einwirkzeit gearbeitet werden soll, ist sehr hilfreich. Fabian ist tatsächlich dankbar für die Hinweise, obwohl er laut meiner Recherchen bereits viel Erfahrung mit europäischem Haar gesammelt hat.

Nach Absprache mit einem Kollegen, wird der Farbton entschieden und die Farbe angerührt. Es geht los. 1 Std. später werde ich mitten in der Prozedur kommentarlos sitzen gelassen. Was nun? Fertig ist das Ganze ja noch nicht.

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Aber Fabian kommt wieder – mit neuer Farbe. Die Menge hat wohl nicht gereicht. Weiter geht’s! Sprechen tut der Kerl nicht viel. Nicht, dass ich viel verstanden hätte, aber trotzdem sehr ungewöhnlich für einen Mexikaner. Aber sympathisch ist er auf jeden Fall.

Sobald die letzten Strähnen in Alufolie eingewickelt sind, werden auch schon die Ersten wieder ausgepackt. Nun muss ich mich wie ein Hündchen vorwärts auf den Stuhl für die Haarwäsche hocken (normalerweise sitzt man ja eher rücklings…) , so dass lediglich die Haare an beiden Seiten des Kopfes ausgewaschen werden können. Zum Glück trage ich eine Hose. Mit Rock wäre diese Position nicht jugendfrei möglich gewesen 😉 Dann geht’s zurück auf den Friseurstuhl und meine Strähnen am Ober- und Hinterkopf werden mit Hitze entwickelt. Ich bin gespannt. Fabian lacht – das stimmt mich zuversichtlich…

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Mittlerweile ist es 12:30h.

12:40h : meine Kopfhaut brennt. Das gefällt mir gaaaar nicht!

Nun kommt eine Dame und fragt, ob ich die Haare doch heute geschnitten haben möchte.

Jaaaaa!

5 min später piepst es. „Listo!“ Meine Haare können ausgewaschen werden. Diesmal rücklings zum Waschbecken. Definitiv bequemer! Nach 4 Wäschen mit unterschiedlichen Produkten (zumindest riechen alle anders)  bin ich bereit für’s Schneiden. Momentan sehen meine Haare so aus wie vorher. Auch der Ansatz erscheint mir genau so dunkel wie vorher.

Naja, ich lasse Fabian jetzt erstmal schneiden, deute aber schon mal an, dass mir der Ansatz doch noch recht dunkel erscheint. Fabian lacht. „Warte ab, bis die Haare trocken sind“, ist sein Kommentar.

Das tue ich. Er föhnt mir professionell die Haare (nix selber föhnen) und mir fällt auf wie glatt, weich und fluffig die Haare sind. Ich würde sagen, da ist ne ganze Menge Pflege drin. Auf jeden Fall fühlt es sich so an, als hätte ich nur halb so viele Haare wie vorher auf dem Kopf, aber die sind dafür total glatt und gepflegt (und hängen leider bald nach dem Friseurbesuch Spaghetti mäßig runter 🙂 überpflegt würde ich sagen!)

Aber egal, ich bin erleichtert! Ich habe Schlimmstes befürchtet und bin nun froh und dankbar, dass ich noch aussehe wie Dorte 🙂 .

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Ich finde zwar, dass der Ansatz ’nen Tick heller sein könnte, aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Außerdem versichert Fabian mir, dass die Sonne den Rest erledigen wird und er nicht möchte, dass meine Haare kaputt gehen (sehr lobenswert!). Zudem müsse er meinen Kopf erst kennenlernen. (Sehr süß gesagt, oder?) Womit er wahrscheinlich recht hat.

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Und so mache ich mich glücklich und erleichtert auf, um die Kinder von der Schule abzuholen! Denn mittlerweile ist es 14h und die Schlange der wartenden Autos vor der Schule ist lang…

 

 

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2 Gedanken zu „mein 1. Friseurbesuch“

  1. Liebe Dorte,
    ich musste sehr über deine Frisör-Abenteuer schmunzeln.
    Du bist sehr sehr tapfer!!!
    Vielen Dank und mach gerne weiter so 🙂
    Liebe Grüße aus der alten Heimat,
    Birte

    1. Liebe Birte,
      danke für Dein Mitgefühl 🙂 Leider saß diesmal nicht zufällig eine blonde Freundin neben mir zum Quatschen… Schaaade!
      Sonnige Grüße! Dorte

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