Hart erkämpft – Die Geschichte von den Reisepässen

15.2. 2016 Endlich! Hart erkämpft! Ich halte die Reisepässe für die Kinder in der Hand.

Zum Hintergrund: Gute Flugverbindungen von Hamburg nach León sind rar gesät.

Der Flug über die USA stellt eine Alternative da. Insofern wollte ich im Januar „schnell“ noch ESTA für die Kinder beantragen und musste mit Erstaunen feststellen, dass die USA seit einiger Zeit Kinderreisepässe nicht mehr akzeptiert. Auch Kinder benötigen zur Einreise/Durchreise normale Reisepässe mit Chip und biometrischen Daten + Fingerabdruck – also wie Erwachsene .

Schluck – okay – kriegen wir das noch hin bis zu unserer Abreise?

Erleichtert stellte ich fest, dass man – selbstverständlich gegen Aufpreis – einen Express-Reisepass beantragen kann, der innerhalb von 3 Tagen (statt 4-6 Wochen) fertig ist.

Super, dann muss ich noch Fotos mit den Kindern machen lassen und los geht’s- dachte ich!

Die Realität sah anders aus. Einen Termin zur Reisepassbeantragung war in keinem der Hamburger Kundenzentren vor Mitte März zu kriegen. Außerdem ist es notwendig eine von beiden Elternteilen unterschriebene Zustimmungserklärung vorzulegen, sowie Original-Reisepässe beider Elternteile. Was nun? Was tun? Frank ist in Mexiko und hat seinen Pass natürlich dabei. Nervosität befällt mich!

Nach einigem Hin und Her und Einschalten unserer Relocation-Agentur bekommen wir endlich eine vernünftige Antwort vom Hamburger Kundenzentrum. Eine gute Kopie von Franks Pass und eine von ihm unterschriebene als PDF-Dokument gescannte Version der Zustimmungserkärung wird auch akzeptiert. Puh.

Mit allen Unterlagen im Gepäck, den beiden Kindern (Jonathan musste ich aus der Schule nehmen) , Spielkarten, Büchern und einem großen Frühstückspaket machte ich mich auf zum Kundenzentrum. Punkt 8h, natürlich ohne Termin. Der war ja nicht zu kriegen. Prognostizierte Wartezeit „bis zu 3 Stunden“.

Schon nach 1,5 Stunden sind wir an der Reihe. Läuft ja alles wie am Schnürchen – dachte ich. Da kam die böse Überraschung: „die Unterschrift ihres Mannes auf der Zustimmungserklärung sieht aber anders aus, als die auf dem Reisepass. Das kann ich so nicht akzeptieren“, sagte die Sachbearbeiterin. Zur Bestätigung ihres Gesagten zog sie dann noch eine Kollegin heran.

Ich war fertig! Ich hätte heulen können! Seltsamerweise blieb ich aber ganz ruhig. Man könnte auch sagen: starr vor Schreck! Jedenfalls diskutierte ich nur kurz. Ich war einfach zu platt und da die Kinder dabei waren, riss ich mich am Riemen. Da kam mir eine glorreiche Idee: ich rief  kurzerhand Frank an (für ihn mitten in der Nacht, denn 10h deutsche Zeit = 3h mex Zeit) . Insofern war die Idee nur für mich glorreich… ups. Naja. Beim 3. Versuch ging er jedenfalls verschlafen ans Telefon. Ich erklärte das Problem. Er checkte erstmal gar nichts, aber führte aus. 🙂 Da er in unserem Haus keinen Drucker hatte, um das Formular auszudrucken und erneut auszufüllen, diktierte ich ihm den Text, so dass er ihn auf die Rückseite irgendeines Blattes schreiben konnte  (und das gleich zweimal, einmal für Jonathan, einmal für Noah). Dank Scanner-App und der gnädigen Sachbearbeiterin durfte Frank diese Erklärungen – natürlich diesmal „hübsch“ unterschrieben – per Email an das Amt schicken und wurde… akzeptiert!

Und so ging ein emotional anstrengender Vormittag erfolgreich zu Ende! Die Reisepässe waren beantragt!

(Dazu sei gesagt, dass die Dame vom Amt vorgeschlagen hatte, ich solle doch am nächsten Tag mit den Kindern und den korrekten Dokumenten um 7h kommen. Dann wäre die Wartezeit auch nicht so lang. Super Idee, oder?)

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